


Luca Gebert
29.09.2026 · 6 Min. Lesezeit
Die Entscheidung ist gefallen: Ein Standard-LMS passt nicht zu Ihren Schulungsprozessen, Sie wollen eine eigene E-Learning-Plattform. Jetzt stellen sich die praktischen Fragen. Was muss die Plattform können, wie läuft das Projekt ab und mit welchem Budget sollten Sie rechnen? Dieser Leitfaden beantwortet genau das, damit Sie gut vorbereitet in die Gespräche mit Entwicklungspartnern gehen.
Falls Sie noch abwägen, ob eine eigene Plattform überhaupt die richtige Wahl ist: Den Vergleich von Standard-, Open-Source- und individuellen Lösungen finden Sie in unserem Artikel LMS-Anbieter im Vergleich.
Die meisten Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an unklaren Anforderungen. Die folgenden Punkte sollten Sie vor dem ersten Angebot geklärt haben, zumindest grob.
Wer lernt auf der Plattform: eigene Mitarbeiter, Kunden, Händler oder Partner? Jede Gruppe braucht andere Inhalte, Rechte und oft ein eigenes Erscheinungsbild. Sollen mehrere Firmen oder Standorte getrennt voneinander arbeiten, brauchen Sie eine mandantenfähige Plattform. Das sollte von Anfang an feststehen, weil es die Architektur bestimmt.
Klären Sie, welche Inhalte es schon gibt und in welchem Format. Viele Unternehmen haben Kurse, die mit Autorentools erstellt wurden und als SCORM-Paket vorliegen. Eine neue Plattform sollte SCORM 1.2 und 2004 sowie xAPI unterstützen, damit diese Inhalte weiter nutzbar sind. Dazu kommen Videos, Dokumente, Quizze und oft auch Präsenztermine, die zusammen mit Online-Modulen einen Lernpfad bilden.
Was hinter SCORM, xAPI und cmi5 steckt, erklärt unser Artikel SCORM und xAPI einfach erklärt.
Pflichtunterweisungen, Zertifikate mit Ablaufdatum und automatische Erinnerungen gehören in vielen Branchen dazu. Wenn Sie Schulungen gegenüber Prüfern oder Kunden nachweisen müssen, braucht die Plattform eine lückenlose Protokollierung: wer wann welchen Kurs abgeschlossen hat, mit welchem Ergebnis.
Eine Lernplattform steht selten allein. Typisch sind die Anmeldung über das Firmenkonto (Single Sign-on), der Abgleich von Mitarbeiterdaten mit dem HR-System und die Übergabe von Schulungsnachweisen an andere Systeme. Je früher diese Schnittstellen bekannt sind, desto genauer wird die Kalkulation.
Lernfortschritte und Testergebnisse sind personenbezogene Daten. Die Plattform braucht deshalb ein Rollen- und Rechtekonzept, ein Löschkonzept und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Betreiber. Wir betreiben Lernplattformen auf Servern in Deutschland. Da sich mit einer Lernplattform Leistung und Verhalten von Mitarbeitern auswerten lassen, sollten Sie außerdem den Betriebsrat früh einbinden.
Worauf es beim Datenschutz im Detail ankommt, von der Betriebsvereinbarung bis zum Löschkonzept, zeigt unser Artikel DSGVO-konforme Lernplattform.
Welche Berichte brauchen Führungskräfte und Personalabteilung? Soll die Plattform im eigenen Design erscheinen, etwa als Kundenakademie unter Ihrer Marke? Und sollen Mitarbeiter ohne festen Arbeitsplatz, zum Beispiel in Produktion oder Außendienst, auf dem Smartphone lernen können?
| Bereich | Frage für Ihr Anforderungspapier |
|---|---|
| Zielgruppen | Wer lernt, wie viele Nutzer, getrennte Mandanten nötig? |
| Inhalte | Welche Kurse gibt es schon, in welchem Format? |
| Nachweise | Welche Zertifikate, Fristen und Protokolle sind Pflicht? |
| Schnittstellen | Single Sign-on, HR-System, weitere Systeme? |
| Datenschutz | Hosting, Löschfristen, Betriebsrat? |
| Auswertung | Wer braucht welche Berichte? |
| Nutzung | Browser, Smartphone, eigenes Design? |
Sie planen eine eigene Lernplattform? Im kostenlosen 30-Minuten-Erstgespräch gehen wir Ihre Anforderungen durch und sagen Ihnen ehrlich, welcher Umfang für den Start sinnvoll ist.
Kostenloses Erstgespräch buchenWie das bei Codana im Detail aussieht, beschreiben wir auf unserer Seite LMS individuell entwickeln lassen.
Als Orientierung aus unseren Projekten: Eine individuelle Lernplattform liegt je nach Ausbau zwischen 65.000 € und 220.000 €. Der Aufwand hängt vor allem von diesen Punkten ab:
Dazu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und Weiterentwicklung. Im Gegenzug fallen keine Lizenzgebühren pro Nutzer an. Gerade bei vielen Lernenden liegt eine eigene Plattform über mehrere Jahre gerechnet deshalb oft im selben Rahmen wie ein gemietetes System.
Mit DocCase haben wir eine Lernplattform für Medizinstudierende und Ärzte entwickelt. Statt Theorie zu lesen, bearbeiten die Nutzer über 50 realistische Patientenfälle: Sie ordnen Untersuchungen an, sprechen mit KI-gestützten virtuellen Patienten und erhalten nach jedem Fall eine individuelle Rückmeldung. DocCase läuft im Browser und als App für iOS. Mehr dazu in der Referenz DocCase.
Eine erste produktive Version entsteht in der Regel in 8 bis 12 Wochen. Danach wird die Plattform in weiteren Schritten ausgebaut, sodass Ihre Nutzer früh damit arbeiten können.
Ja, wenn sie als SCORM- oder xAPI-Paket vorliegen, lassen sie sich in der Regel direkt weiterverwenden. Auch Nutzerdaten und Lernhistorien aus einem Altsystem können übernommen werden.
Wir betreiben die Plattform auf Servern in Deutschland und schließen einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Rollen, Rechte und Löschfristen werden von Beginn an eingeplant.
Ihnen. Sie erhalten den vollständigen Quellcode mit Dokumentation und können die Plattform selbst betreiben, weiterentwickeln lassen oder an einen anderen Dienstleister übergeben.
Nicht unbedingt. Viele Unternehmen nutzen bewährte Autorentools und laden die fertigen Kurse als SCORM-Paket hoch. Für einfache Inhalte wie Texte, Videos und Quizze kann die Plattform auch einen eigenen Editor mitbringen.
Sie wollen Ihre Anforderungen mit uns durchgehen? Auf der Seite LMS individuell entwickeln lassen finden Sie unser Vorgehen, im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welcher Umfang für den Start sinnvoll ist.