


Eray Özmü
Akt. 28.09.2026 · 4 Min. Lesezeit
Wer heute eine App für iOS und Android entwickeln lässt, landet fast immer bei der Frage: React Native oder Flutter? Beide Frameworks erzeugen aus einer Codebasis Apps für beide Plattformen, beide sind ausgereift und werden von großen Unternehmen weiterentwickelt. Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede, die in echten Projekten eine Rolle spielen, und warum wir uns für React Native als Standard entschieden haben.
React Native stammt von Meta und erschien 2015. Entwickelt wird in JavaScript bzw. TypeScript mit React. Die Benutzeroberfläche besteht aus echten nativen Bedienelementen von iOS und Android.
Flutter stammt von Google und erschien 2017. Entwickelt wird in der Sprache Dart. Flutter zeichnet die Oberfläche mit einer eigenen Grafik-Engine selbst, statt die nativen Elemente der Plattform zu nutzen.
| Kriterium | React Native | Flutter |
|---|---|---|
| Hersteller | Meta | |
| Sprache | JavaScript / TypeScript | Dart |
| Oberfläche | native Bedienelemente | eigene Darstellung per Grafik-Engine |
| Performance | für Business-Apps ohne spürbaren Unterschied | für Business-Apps ohne spürbaren Unterschied |
| Web | eigene Web-Anwendung mit React, viel Code teilbar | Web-Ausgabe möglich, für Websites weniger geeignet |
| Entwicklerverfügbarkeit | sehr hoch durch das React-Umfeld | geringer, Dart ist weniger verbreitet |
| Bibliotheken | gesamter npm-Kosmos, Expo als Werkzeugkette | eigenes Paketverzeichnis pub.dev |
| Updates ohne Store-Release | mit Expo Updates etabliert | nur mit zusätzlichen Lösungen |
Lange galt Flutter als schneller, weil React Native jede Anweisung über eine sogenannte Bridge schicken musste. Dieses Argument ist überholt. Mit der New Architecture, seit Ende 2024 Standard, kommuniziert React Native direkt mit dem nativen Code, die Hermes-Engine verkürzt die Startzeit. Flutter wiederum kompiliert zu nativem Maschinencode und rendert mit der Impeller-Engine.
In der Praxis laufen Business-Apps mit beiden Frameworks flüssig. Der eigentliche Engpass ist fast immer das Laden von Daten über das Netz, nicht die Rechenleistung des Geräts. Erst bei sehr rechenintensiven Aufgaben wie aufwendiger Bild- oder Audioverarbeitung lohnt der Blick auf native Module.
Weil React Native die Bedienelemente der jeweiligen Plattform nutzt, fühlt sich die App auf dem iPhone wie eine iOS-App und auf Android wie eine Android-App an. Systemfunktionen wie Barrierefreiheit, Schriftgrößen oder Dunkelmodus greifen automatisch.
Flutter zeichnet jedes Element selbst. Das ist ein Vorteil, wenn eine App auf allen Geräten pixelgenau gleich aussehen soll, etwa bei stark gestalteten Marken-Apps. Dafür muss plattformtypisches Verhalten teilweise nachgebaut werden.
Für Unternehmen ist oft entscheidend, wer die App in fünf Jahren weiterentwickelt. JavaScript und TypeScript gehören zu den verbreitetsten Programmiersprachen, React-Entwickler findet man deutlich leichter als Dart-Entwickler. Dazu kommt: Wer auch eine Web-Anwendung braucht, kann mit React dasselbe Team und einen Teil des Codes für Web und App nutzen.
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Kostenloses Erstgespräch buchenFür Apps, die fast nur aus hardwarenaher Spezialfunktion bestehen, etwa reine AR-Anwendungen oder 3D-Spiele, ist oft weder das eine noch das andere die beste Wahl, sondern native Entwicklung oder eine Spiel-Engine.
Wir entwickeln seit vielen Jahren mit React und React Native, heute durchgängig mit TypeScript, Expo und der New Architecture. Wo nötig, ergänzen wir native Module in Swift oder Kotlin, zum Beispiel für die Bluetooth-Anbindung von Geräten. So sind etwa die Bluetooth-App für die Schweißgeräte von Rehm und die neue ERF Jess App entstanden.
Ein Vorteil für unsere Kunden: Web-Anwendung und App entstehen aus einer Hand, mit gemeinsamer Technik. Flutter behalten wir im Blick und sagen es offen, wenn es für ein Vorhaben besser passt.
Bei guter Umsetzung nicht. Beide Frameworks erzeugen installierbare Apps, die über die Stores verteilt werden und flüssig laufen.
Ja, auch schrittweise. React Native lässt sich in eine bestehende native App einbinden, sodass einzelne Bereiche nach und nach umgestellt werden können. Die ERF Jess App haben wir dagegen komplett neu in React Native entwickelt.
Kotlin Multiplatform teilt vor allem die Geschäftslogik zwischen den Plattformen, die Oberfläche kann nativ bleiben. Das ist interessant für Teams mit viel Android-Erfahrung. Für die meisten neuen Business-Apps sind React Native und Flutter die verbreiteteren Wege.
Mehr über unseren Ansatz lesen Sie auf der Seite zu React Native. Ob eine App für iOS, Android oder beide sinnvoll ist, klärt der Artikel Android oder iOS.