


Eray Özmü
Akt. 10.09.2026 · 9 Min. Lesezeit
Die Entwicklung einer App ist maßgeblich von der Erstellung einer optimalen User-Experience abhängig. Die App muss performant in der Nutzung und einfach verständlich sein. Die Anforderungen der Nutzer sind sehr hoch. Das ist den kostenlosen Angeboten von Google, Meta und Co. geschuldet: Nutzer sind perfekte User-Experience gewohnt. Flutter und React Native sollten für App-Entwickler daher keine Fremdbegriffe sein.
Lange Zeit waren wir Verfechter rein nativer App-Entwicklung. Die Cross-Plattform-Angebote waren schlicht nicht ausgereift genug, um eine ähnlich gute User-Experience zu bieten. Das hat sich grundlegend geändert: 2026 sind React Native und Flutter so weit gereift, dass Cross-Plattform-Apps für Nutzer kaum noch von nativen Apps zu unterscheiden sind. In diesem Vergleich zeigen wir den aktuellen Stand beider Frameworks.
Diesen Absatz können wir kurz halten: Effizienz. Die Technologien React Native und Flutter bieten eigentlich nur Vorteile in der Entwicklung von Apps. Durch die Offenheit und die starke Community hinter beiden Technologien stellen Sie eine sehr effiziente Umsetzung Ihrer Anforderungen sicher. Was schneller geht in der Entwicklung ist für Sie automatisch auch günstiger. Vor einigen Jahren musste man Apps noch nativ umsetzen, um eine schöne User-Experience bieten zu können. Die Apps mussten dazu für jede Plattform komplett neu entwickelt werden. Das ist heute mit React Native und Flutter kaum noch nötig.

Flutter ist ein Cross-Plattform-Framework, das die Programmiersprache Dart nutzt. Dart und Flutter wurden von Google entwickelt und werden in vielen Google-Anwendungen eingesetzt. Seit dem ersten Release 2017 ist Flutter deutlich gereift: Es unterstützt heute neben iOS und Android auch Web und Desktop und wird von Google kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem Impeller-Renderer hat Google zudem die Grafik-Pipeline modernisiert, was Animationen spürbar flüssiger macht.
Das hauptsächliche Element von Flutter-Anwendungen sind Widgets. Widgets sind analog zu den Komponenten in React Native. Bei Flutter gibt es bereits eine große Menge an nutzbaren Widgets, die meist auf dem Material Design Konzept beruhen. Es gibt zwei Typen von Widgets: stateless widgets und stateful widgets. Das Pendant dazu sind die functional und class Components in React Native. Widgets sind aber nicht adaptiv – das heißt es müssen plattformspezifische Widgets erstellt werden.
Es ist relativ einfach in die Entwicklung auf Basis von Flutter einzusteigen. Mit nur wenigen einfachen Schritten können Sie bereits ein Projekt auf Basis erstellen und auf Ihrem Smartphone ausführen. Flutter unterstützt, genauso wie React Native, eine sogenannte Hot Reload-Funktion. Wunderbar ist das in der Entwicklung, da Sie die App nicht bei jeder Änderung zum Testen neu installieren müssen. Änderungen werden sofort sichtbar.
Beim Ökosystem hat Flutter stark aufgeholt: Auf pub.dev stehen inzwischen zehntausende Pakete bereit, von UI-Bibliotheken bis zu Payment-Integrationen. React Native profitiert allerdings weiterhin vom riesigen JavaScript- und npm-Ökosystem, dem größten Paket-Ökosystem überhaupt. Viele Web-Bibliotheken lassen sich direkt oder mit geringem Aufwand auch in React-Native-Projekten nutzen. In der Praxis finden Sie für beide Frameworks zu fast jeder Standardanforderung ein gepflegtes Paket.
Wenn es um die Performance geht, ist der Ansatz von Flutter anders als der von React Native. Die Flutteranwendungen werden mittels C/C++ Bibliotheken auf Basis der ARM Technologie kompiliert. Damit ist die Applikation näher an der Maschinensprache und das führt unter Umständen zu einer besseren Performance. Auch Dart gilt als eine sehr performante Programmiersprache.
Die Dokumentation von Flutter ist sehr gut. Sie ist sehr einfach zu verstehen und auch sehr detailliert.
Flutter ist sehr jung, was dazu führt dass einige noch nicht wissen, was die ideale Architektur für Flutteranwendungen ist. Es gibt aber schon jetzt einige Architekturvorbilder, die in der Community sehr gern gesehen sind.
Beispielsweise können Sie die Business Logic Component Architektur verwenden. Diese wurde von Google vorgestellt und trennt die Business-Logik vom User-Interface.
React Native ist der Platzhirsch der Cross-Plattform-Entwicklung von mobilen Apps. Das Framework basiert auf JavaScript beziehungsweise TypeScript und auf React. Beide wurden von Meta (ehemals Facebook) entwickelt: React konzentriert sich auf Web-Applikationen, React Native auf Apps für Smartphones, Tablets und weitere Plattformen bis hin zu Windows, macOS und Fernsehgeräten (Apple TV, Android TV). React Native erschien bereits 2015. Wir setzen seit vielen Jahren auf diese Technologie und haben damit zahlreiche Apps in die Stores gebracht.
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Kostenloses Erstgespräch buchenReact Native nutzt Komponenten für die Entwicklung. Aber statt Web-Komponenten zu verwenden (div, h1, h2,…) werden Komponenten für mobile Anwendungen genutzt. Diese Komponenten werden genutzt, um mit den nativen UI-Elementen zu kommunizieren. So entspricht beispielsweise ein <View> einer UIView in Apple iOS.
Für die Plattform React Native gibt es nicht ganz so viele Komponenten wie bei Flutter. Jedoch ist es bei React Native möglich plattformbedingte Unterscheidungen durchzuführen. Das Ergebnis sind damit Elemente die näher an der nativen Implementierung dran sind. Als Beispiel ist hier die Implementierung des <MapView> zu nennen. Dieses ist jeweils zu 100% die native Implementierung des MapViews.
Auch bei React Native ist der Einstieg recht einfach. Mittels Expo können neue Apps in nur wenigen Minuten erstellt und auf Smartphones gestartet werden. Mittels QR-Code können sie dann auch außerhalb der jeweiligen App Stores verteilt werden. Ledigliches Einscannen des QR-Codes reicht dabei aus die App zu installieren und zu testen.
React Native ist seit 2015 auf dem Markt und wird von Meta gemeinsam mit einer großen Open-Source-Community weiterentwickelt. Durch die Nähe zum Web-Ökosystem steht React-Native-Projekten praktisch der gesamte npm-Kosmos offen, inklusive etablierter Werkzeuge wie Expo, das Projektaufbau, Builds und Over-the-Air-Updates massiv vereinfacht.
Die Dokumentation von React Native ist auch gut und benutzerfreundlich geschrieben. Der Einstieg ist durch unzählige Anleitungen sehr einfach.
React Native verfolgt einen anderen Ansatz als Flutter: Die Business-Logik läuft in JavaScript (heute in der Regel in Metas schlanker Hermes-Engine), die Benutzeroberfläche besteht aus echten nativen Elementen. Die früher oft kritisierte „Bridge" zwischen JavaScript und nativem Code gehört seit der New Architecture der Vergangenheit an: Über das JavaScript Interface (JSI) kommunizieren beide Welten direkt und synchron, native Module (TurboModules) und der neue Renderer (Fabric) laden schneller und effizienter. Seit Ende 2024 ist die New Architecture der Standard für neue React-Native-Projekte.
Beim State-Management hat sich das Ökosystem weiterentwickelt: Statt der früher üblichen Flux- und Redux-Muster kommen heute meist schlankere Lösungen zum Einsatz, etwa Redux Toolkit, Zustand oder TanStack Query für Server-Daten. Kleinere Apps kommen oft komplett mit React-Bordmitteln wie Context und Hooks aus. Der Vorteil: weniger Boilerplate-Code und eine schnellere Entwicklung.
Lange galt: Flutter sei schneller, weil React Native alle Befehle über eine „JS Bridge" schicken müsse, die als Flaschenhals kritisiert wurde. Dieses Argument ist inzwischen überholt. Mit der New Architecture kommuniziert React Native über das JavaScript Interface (JSI) direkt mit dem nativen Code, die Hermes-Engine verkürzt Startzeiten und senkt den Speicherverbrauch. Flutter wiederum kompiliert zu nativem ARM-Code und rendert mit dem Impeller-Renderer. In der Praxis sind die Unterschiede für normale Business-Apps marginal: Beide Frameworks liefern flüssige Animationen mit 60 bis 120 Bildern pro Sekunde. Unsere Erfahrung zeigt, dass der eigentliche Flaschenhals der User-Experience fast immer das Laden und Speichern von Daten über das Netzwerk ist, nicht die Rechenleistung des Smartphones. Erst bei sehr CPU-intensiven Spezialfällen, etwa aufwendiger Bild- oder Audioverarbeitung, lohnt der Blick auf rein native Entwicklung.
Beide Frameworks haben weiterhin sehr aktive Communities. Auf GitHub liegt Flutter mit rund 170.000 Stars vor React Native mit rund 120.000 Stars. Aussagekräftiger als Sterne ist aber, wer dahintersteht: Hinter Flutter steht Google, hinter React Native steht Meta, und beide setzen die Frameworks in ihren eigenen Produkten ein. Dazu kommt bei React Native ein starkes Firmen-Ökosystem, allen voran Expo, das sich als Standard-Werkzeugkette etabliert hat. Ein baldiges Ende ist bei keiner der beiden Technologien zu befürchten.
Wir setzen in unseren Digitalisierungsprojekten seit vielen Jahren auf React und React Native, inzwischen durchgängig mit TypeScript, Expo und der New Architecture. In unserem Ökosystem haben wir unzählige eigene Komponenten und native Module, die die Entwicklung neuer Apps stark beschleunigen. Ein weiterer Vorteil für unsere Kunden: React-Know-how deckt bei uns Web und App gleichzeitig ab, ein Team entwickelt Ihre Web-Anwendung und Ihre mobile App aus einem Guss.
Flutter behalten wir im Blick und empfehlen es in Spezialfällen, etwa bei sehr grafik- oder CPU-intensiven Anwendungen. Welche Technologie für Ihr Vorhaben die richtige ist, arbeiten wir in einem kurzen Gespräch heraus. Wie wir Apps entwickeln, sehen Sie auf unserer Seite zur App-Entwicklung, das Erstgespräch ist kostenlos.
