


Eray Özmü
Akt. 28.09.2026 · 4 Min. Lesezeit
Wer eine App für sein Unternehmen plant, stellt sich früh die Frage, ob sie für Android, iOS oder beide Plattformen entstehen soll. Die Antwort hängt davon ab, wer die App nutzt: Ihre Kunden, Ihre Mitarbeiter oder Techniker an Maschinen. Dieser Artikel vergleicht beide Plattformen aus Sicht eines Unternehmens und zeigt, wann eine Plattform reicht und wann Sie beide brauchen.
Weltweit ist Android klar vorn. In Deutschland liegt Android ebenfalls vor iOS, das iPhone hat hier aber einen deutlich höheren Anteil als im weltweiten Schnitt, in der Schweiz sogar etwa die Hälfte. Für eine App, die sich an Endkunden in der DACH-Region richtet, heißt das: Mit nur einer Plattform schließen Sie einen großen Teil Ihrer Zielgruppe aus.
Bei internen Apps zählt dagegen, welche Geräte in Ihrem Unternehmen im Einsatz sind. Wenn alle Mitarbeiter ein Diensthandy desselben Systems haben, reicht diese eine Plattform.
| Kriterium | iOS | Android |
|---|---|---|
| Geräte | wenige Modelle von Apple | große Auswahl vieler Hersteller, auch robuste Industriegeräte |
| Updates | lange Update-Versorgung, schnelle Verbreitung neuer Versionen | abhängig vom Hersteller, ältere Versionen länger im Umlauf |
| Verteilung intern | über Apple Business Manager und Gerätemanagement | über Managed Google Play, Gerätemanagement oder direkt als Datei |
| Store-Prüfung | strenge Prüfung jeder Version nach Apples Richtlinien | Prüfung durch Google, Regeln meist weniger streng |
| Hardware-Zugriff | über von Apple freigegebene Schnittstellen | offener, z. B. für Scanner, NFC oder Hintergrunddienste |
| Nutzerbasis DACH | kaufkräftig, in der Schweiz stark | größter Anteil insgesamt |
Eine App für Ihre Kunden sollte auf beiden Systemen laufen. Niemand wechselt für Ihre App das Smartphone. Wer nur eine Plattform anbietet, verliert Nutzer und erzeugt Rückfragen beim Support. Die App, mit der Kunden von Rehm Schweißtechnik ihre Geräte per Bluetooth diagnostizieren, läuft deshalb zum Beispiel auf iOS und Android.
Bei internen Apps entscheidet die Hardware. Wenn Ihr Außendienst iPhones hat, genügt iOS. Wenn Mitarbeiter ihre privaten Geräte nutzen sollen, brauchen Sie wieder beide Plattformen. Ein Vorteil interner Apps: Sie müssen nicht öffentlich in den Stores erscheinen. Wie die Verteilung ohne Play Store funktioniert, erklären wir auf unserer Seite zur Android-App-Entwicklung.
In Lager, Produktion und Service kommen häufig robuste Geräte mit Barcode-Scanner zum Einsatz. Diese laufen fast immer mit Android. Auch für Anbindungen per Bluetooth, NFC oder für Dienste, die dauerhaft im Hintergrund laufen, ist Android offener. Tablets zur Maschinensteuerung können aber genauso iPads sein, etwa wenn der Kunde des Maschinenbauers sie mitbringt. Mehr dazu auf unserer Seite zu Apps für Maschinen.
Sie wollen Ihre eigene Android App? Jetzt kostenlos beraten lassen!
Kostenloses Erstgespräch buchenBeide Plattformen bieten ein hohes Sicherheitsniveau, verschlüsselte Speicherung und biometrische Anmeldung. iOS hat den Vorteil, dass fast alle Geräte schnell auf die neueste Version aktualisiert werden. Bei Android hängt das stärker vom Hersteller ab. Für Unternehmen mit sensiblen Daten ist deshalb weniger die Plattform entscheidend als ein Gerätemanagement, das Updates, Sperrcodes und Fernlöschung durchsetzt.
Früher bedeutete eine App für iOS und Android zwei getrennte Entwicklungen. Heute entstehen mit Cross-Plattform-Frameworks wie React Native beide Versionen aus einer Codebasis, mit nativer Bedienung und Performance. Wo nötig, ergänzen wir native Module in Swift oder Kotlin, etwa für spezielle Hardware. Die Frage lautet deshalb selten Android oder iOS, sondern eher, welche Funktionen die erste Version braucht.
Welche Faktoren die Kosten sonst bestimmen, lesen Sie in unserem Artikel Was kostet eine App?. Einen Vergleich der beiden verbreitetsten Frameworks finden Sie unter React Native vs. Flutter.
Das war sinnvoll, als jede Plattform eine eigene Entwicklung brauchte. Mit einer gemeinsamen Codebasis ist der Mehraufwand für die zweite Plattform gering, deshalb starten wir in den meisten Projekten direkt mit beiden.
Nur beim Verkauf digitaler Inhalte und Abos innerhalb der App. Dafür verlangen beide Stores Provisionen, in der Regel zwischen 15 und 30 %. Für physische Waren, Dienstleistungen oder kostenlose Apps fallen keine Provisionen an, nur die jährliche bzw. einmalige Entwicklergebühr.
Das hängt davon ab, ob Sie Funktionen wie Push-Benachrichtigungen, Offline-Nutzung oder Hardware-Zugriff brauchen. Eine Entscheidungshilfe gibt unser Artikel Native App vs. Web-App.
Sie planen eine App für iOS, Android oder beides? Auf unseren Seiten zur iOS-App-Entwicklung und zur Android-App-Entwicklung zeigen wir, wie wir vorgehen.