


Eray Özmü
Akt. 28.09.2026 · 4 Min. Lesezeit
Wer Maschinen vernetzen, Produktionsdaten auswerten oder eine App an eine Anlage anbinden will, landet schnell bei OPC UA. Der Standard sorgt dafür, dass Maschinen, Steuerungen und Software unterschiedlicher Hersteller dieselbe Sprache sprechen. Dieser Artikel erklärt, wie OPC UA funktioniert, wo seine Stärken liegen und wann andere Protokolle besser passen.
OPC UA steht für Open Platform Communications Unified Architecture. Es ist ein offener, herstellerunabhängiger Standard für den Datenaustausch in der Industrie, gepflegt von der OPC Foundation und als internationale Norm IEC 62541 veröffentlicht.
OPC UA ist der Nachfolger des älteren OPC Classic, das an Windows-Technik gebunden war. OPC UA läuft dagegen plattformunabhängig, von der Steuerung in der Maschine bis zur Anwendung in der Cloud.
Eine Maschine oder Steuerung stellt als OPC-UA-Server ihre Daten bereit, etwa Temperaturen, Zählerstände oder Zustände. Anwendungen wie ein Leitstand, ein Dashboard oder eine App greifen als Client darauf zu, lesen Werte, abonnieren Änderungen oder lösen Aktionen aus.
Neben dem klassischen Client-Server-Modell unterstützt OPC UA auch Publish/Subscribe. Dabei veröffentlicht eine Quelle ihre Daten, und beliebig viele Empfänger können sie abonnieren, zum Beispiel über MQTT. Das eignet sich für viele Datenpunkte und die Anbindung an Cloud-Plattformen.
Die eigentliche Stärke von OPC UA ist das Informationsmodell. Daten werden nicht nur als nackte Werte übertragen, sondern mit ihrer Bedeutung: Einheit, Struktur und Zusammenhang. Eine Anwendung weiß also nicht nur, dass ein Wert 72 ist, sondern dass es sich um die Temperatur eines bestimmten Bauteils in Grad Celsius handelt.
OPC UA wurde mit Blick auf vernetzte Produktion entworfen und bringt Sicherheitsfunktionen direkt mit: Authentifizierung von Anwendungen und Nutzern über Zertifikate, Signierung und Verschlüsselung der Kommunikation sowie Rechte auf einzelne Daten und Funktionen. Richtig eingerichtet, lassen sich Maschinendaten damit auch über Netzwerkgrenzen hinweg sicher nutzen.
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Kostenloses Erstgespräch buchenDamit Maschinen einer Branche nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich gleich beschrieben werden, gibt es sogenannte Companion Specifications. Sie legen fest, wie etwa eine Spritzgießmaschine oder eine Werkzeugmaschine ihre Daten in OPC UA abbildet. Für Werkzeugmaschinen ist zum Beispiel umati bekannt, für Kunststoffmaschinen gibt es die EUROMAP-Spezifikationen. Wer eine solche Spezifikation nutzt, kann Maschinen verschiedener Hersteller mit derselben Software anbinden.
| OPC UA | MQTT | |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Bedeutung der Daten, Maschinen-Kommunikation | schlanker Transport vieler Nachrichten |
| Informationsmodell | umfangreich, standardisiert | nicht festgelegt |
| Sicherheit | im Standard definiert | über Transportverschlüsselung und Broker |
| Typischer Einsatz | Maschine zu Leitstand, MES, Apps | Sensoren, Cloud-Anbindung |
Beide schließen sich nicht aus: OPC UA kann MQTT als Transportweg nutzen. In der Praxis werden sie oft kombiniert.
Nicht jede Maschine spricht OPC UA. Ältere Anlagen oder kleinere Geräte werden oft über Gateways oder andere Wege angebunden, etwa per Bluetooth. So haben wir zum Beispiel für Rehm eine App entwickelt, mit der Kunden ihre Schweißgeräte kabellos einstellen und diagnostizieren, was die Zahl der Service-Einsätze um rund 60 Prozent gesenkt hat. Zur Referenz
Die Spezifikation ist offen. Für die Umsetzung gibt es freie Open-Source-Bibliotheken ebenso wie kommerzielle Software-Development-Kits. Viele moderne Steuerungen bringen einen OPC-UA-Server bereits mit.
Ja, meist über ein Gateway, das die vorhandene Schnittstelle der Maschine in OPC UA übersetzt.
OPC Classic war an Windows-Technik gebunden und bot kaum eingebaute Sicherheit. OPC UA ist plattformunabhängig, bringt ein Informationsmodell mit und hat Sicherheit von Anfang an im Standard verankert.
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