


Eray Özmü
Akt. 28.09.2026 · 4 Min. Lesezeit
Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT) werden oft in einem Atemzug genannt, meinen aber nicht dasselbe. Dieser Artikel erklärt beide Begriffe, zeigt den Unterschied, gibt konkrete Beispiele aus der Praxis und beschreibt, wie mittelständische Unternehmen sinnvoll einsteigen.
Ende des 18. Jahrhunderts ersetzen Wasser- und Dampfkraft die Muskelkraft. Mechanische Webstühle und Maschinen verändern die Produktion grundlegend.
Ab dem späten 19. Jahrhundert ermöglichen Elektrizität und das Fließband die arbeitsteilige Massenfertigung.
Ab den 1970er-Jahren übernehmen speicherprogrammierbare Steuerungen und Computer einzelne Produktionsschritte. Maschinen arbeiten automatisiert, aber meist noch isoliert.
Maschinen, Produkte und Systeme tauschen Daten aus und steuern Abläufe teilweise selbst. Produktion, Logistik und Geschäftsprozesse wachsen digital zusammen.
Industrie 4.0 ist ein Begriff, der in Deutschland geprägt wurde und die Vision einer vernetzten, intelligenten Produktion beschreibt. Gemeint ist ein Gesamtkonzept: Maschinen erfassen Daten, diese Daten fließen in Planung und Steuerung, und Entscheidungen werden auf Basis aktueller Informationen getroffen, bis hin zu Produkten, die individuell in Losgröße eins gefertigt werden.
Das Industrial Internet of Things (IIoT) ist die technische Grundlage dafür: die Vernetzung von Maschinen, Sensoren und Geräten über das Internet oder das Firmennetz. Das IIoT sorgt dafür, dass Daten aus der Produktion überhaupt verfügbar werden, etwa über Standards wie OPC UA oder MQTT.
| Industrie 4.0 | IIoT | |
|---|---|---|
| Was es ist | Gesamtkonzept für die vernetzte Produktion | Technik zur Vernetzung von Maschinen und Sensoren |
| Fokus | Prozesse, Geschäftsmodelle, Organisation | Datenerfassung und -übertragung |
| Ergebnis | intelligentere, flexiblere Produktion | verfügbare Echtzeitdaten aus der Fertigung |
Vereinfacht: Das IIoT liefert die Daten, Industrie 4.0 beschreibt, was ein Unternehmen daraus macht.
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Kostenloses Erstgespräch buchenFür den Schweißtechnik-Hersteller Rehm haben wir eine App entwickelt, die per Bluetooth mit den Geräten spricht. Kunden stellen Parameter kabellos ein und können Diagnosen und Software-Updates selbst durchführen. Die Zahl der Service-Einsätze sank um rund 60 Prozent. Zur Referenz
Für Medner Germany steuern Nutzer die POWERCAB-Kältekammer über eine mobile App, inklusive Fernstart und Echtzeit-Temperaturüberwachung. Vorher musste das Herunterkühlen direkt an der Maschine gestartet werden. Zur Referenz
Mit dem Fraunhofer IPA haben wir einen digitalen Zwilling einer Produktionsstraße entwickelt, der sich in VR begehen lässt. Geplante Maschinen werden getestet, bevor sie real stehen. Zur Referenz
Industrie 4.0 muss kein Großprojekt sein. Erfolgreiche Einstiege haben meist dasselbe Muster:
Ja, wenn mit einem konkreten Anwendungsfall begonnen wird. Schon eine einzelne Maschine, deren Zustand per App sichtbar ist, kann Service- und Stillstandszeiten spürbar senken.
In vielen Fällen ja, über nachgerüstete Sensoren oder Gateways, die vorhandene Schnittstellen übersetzen.
Eine große. Vernetzte Anlagen brauchen abgesicherte Verbindungen, klare Zugriffsrechte und regelmäßige Updates. Standards wie OPC UA bringen dafür eigene Sicherheitsfunktionen mit.
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